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Haeufige Fragen zur Ladeinfrastruktur-Regulierung

Last updated: 22. April 2026

Was CPOs jetzt wissen muessen

Die Regulierungslandschaft fuer Ladepunktbetreiber hat sich 2024 grundlegend geaendert. Hier beantworten wir die 12 haeufigsten Fragen — paragrafengenau.

Fragen und Antworten

Was ist AFIR und welche Ladepunkte sind betroffen?
AFIR steht fuer Verordnung (EU) 2023/1804 ueber den Aufbau der Infrastruktur fuer alternative Kraftstoffe. Sie ist seit dem 13. April 2024 in Kraft und gilt unmittelbar in allen EU-Mitgliedstaaten — keine nationale Umsetzung erforderlich. Art. 1 AFIR legt den Anwendungsbereich fest: betroffen sind alle oeffentlich zugaenglichen Ladepunkte, unabhaengig von Leistungsklasse oder Eigentuemer. Das bedeutet: ob Ihr Ladepunkt in einem Einkaufszentrum, auf einem Firmenparkplatz mit oeffentlichem Zugang oder an einer Tankstelle steht — AFIR gilt. CPOs ohne vollstaendige Compliance riskieren Bussgelder ab EUR 5.000 pro Ladepunkt und Jahr (Art. 5 AFIR).
Bis wann muessen Zahlungsterminals nachgeruestet werden?
Gemaess Art. 5 Abs. 1 AFIR gilt die Pflicht zur Ad-hoc-Zahlung fuer alle DC-Schnelllader ueber 50 kW, die nach dem 13. Januar 2025 installiert wurden, ab sofort. Fuer Bestandsanlagen gilt der Stichtag 13. April 2025. Technisch erforderlich sind: physisches kontaktloses Kartenterminal (Debit- und Kreditkarte), mindestens eine kontaktlose Zahlungsmethode sowie wahlweise QR-Code als ergaenzende Option. Ein QR-Code allein genuegt nicht — Art. 5 Abs. 5 AFIR fordert ein physisches Terminal. Wichtig: ISO 15118 Plug and Charge zaehlt nicht als Ad-hoc-Zahlung, da es eine Vorregistrierung voraussetzt.
Welche Preisangabepflichten gelten ab sofort?
Art. 7 AFIR verpflichtet CPOs, den Gesamtpreis einer Ladesitzung vor Ladebeginn klar und vollstaendig anzuzeigen — kWh-Preis, Sitzungsgebuehr und Steuern separat. Die Anzeige muss am physischen Terminal oder Stationsdisplay erfolgen; eine reine In-App-Anzeige reicht nicht aus. Eine Vorregistrierung oder App-Nutzung darf keine Voraussetzung fuer die Preissichtbarkeit sein. Ausserdem schreibt Art. 5 Abs. 4 AFIR vor, dass die Abrechnung primaer auf Kilowattstunden basieren muss — zeitbasierte Gebuehren sind nur als sekundaere Komponente zulaessig. Minutenpreise als Hauptbasis verstoossen gegen AFIR und koennen zu kumulativen Bussgeldern fuehren.
Was ist das Eichrecht und warum betrifft es mein Ladenetz?
Das Eichrecht — geregelt im Mess- und Eichgesetz (MessEG) und der Mess- und Eichverordnung (MessEV) — legt fest, dass an oeffentlichen Ladepunkten nur PTB-typzugelassene Zaehler verwendet werden duerfen. Gemaess ss 3 MessEG muessen Messwerte im Moment der Messung vom sicheren Messelement signiert werden (OCMF-Standard); Backend-Signaturen sind rechtswidrig. Die Ladesaeulenverordnung (LSV) verweist auf das Eichrecht und macht dessen Einhaltung zur Betreiberpflicht. Fehlende oder fehlerhafte Signierung macht Abrechnungen zivilrechtlich anfechtbar und kann Bussgelder bis EUR 100.000 pro Verstooss ausloesen. Zaehler muessen alle 8 Jahre nachgeeicht werden (MessEG ss 5); abgelaufene Zaehler duerfen nicht abrechnen.
Was passiert, wenn ich AFIR-Anforderungen nicht erfuelle?
Art. 15 AFIR verpflichtet nationale Behoerden — in Deutschland die Bundesnetzagentur (BNetzA) — zur Durchsetzung. Konkrete Sanktionen: mindestens EUR 5.000 pro nicht-konformem Ladepunkt pro Jahr fuer fehlende Ad-hoc-Zahlung (Art. 5 AFIR). Fehlende Preistransparenz nach Art. 5 Abs. 3 kumuliert als eigenstaendiger Verstoss. Keine DATEX-II-Meldung an den National Access Point nach Art. 13 AFIR ist ein weiterer separater Verstoss. Ein CPO mit 50 Ladepunkten ohne konforme Ad-hoc-Zahlung riskiert EUR 250.000 jaehrlich — allein fuer diesen Punkt. AFIR kennt keine Bagatellgrenze: die Pflichten gelten identisch fuer 5 oder 500 Ladepunkte. Die BNetzA baut ihre Durchsetzungskapazitaeten aktiv aus.
Was aendert sich durch die LSV-Novelle 2026?
Die Ladesaeulenverordnung (LSV) wurde mit der Novelle 2026 in mehreren Punkten verschaerft. ss 4 LSV fuehrt verbindliche Anforderungen an die Beschilderung und Kennzeichnung von Ladepunkten ein: Steckertypen, Leistungsklassen und Betreiberinformationen muessen klar und dauerhaft sichtbar sein. ss 5 LSV regelt die Barrierefreiheit: neue Ladepunkte muessen rollstuhlgerecht aufgestellt sein, Terminalhoehe und Bedienbarkeit sind normiert. Zusaetzlich gelten Mindestleistungsanforderungen fuer Neuinstallationen. LSV ss 3 bleibt unveraendert: AC-Ladepunkte bis 22 kW mit Typ-2-Steckern (IEC 62196-2), DC-Schnelllader mit CCS Combo 2. Ein Verstooss gegen DIN EN 61851 kann zur sofortigen Betriebseinstellung fuehren (LSV ss 8).
Was ist der Cyber Resilience Act (CRA) und gilt er fuer Ladepunkte?
Verordnung (EU) 2024/2847, der Cyber Resilience Act, tritt am 11. Dezember 2027 verpflichtend in Kraft. Ladepunkte mit digitalen Elementen — also praktisch jede vernetzte EVSE — gelten als 'Produkte mit digitalen Elementen' und fallen unter Art. 13 CRA. Pflichten umfassen: Security by Design mit Threat-Modeling und Penetrationstests, OTA-Update-Faehigkeit mit Code-Signing und Secure Boot, Pflicht-SBOM (Software Bill of Materials) ueber alle Komponenten und bekannten CVEs sowie Meldung aktiv ausgenutzter Schwachstellen an ENISA innerhalb von 24 Stunden. Bei Verstoessen drohen bis zu EUR 15.000.000 oder 2,5 % des weltweiten Jahresumsatzes (CRA Art. 13). Bei Lebenszyklen von 10-15 Jahren muessen heute installierte Stationen CRA-ready sein.
Muss ich mich als V2G-Aggregator registrieren?
Ja — seit der EnWG-Novelle vom November 2025 ist die BNetzA-Lizenzierung fuer V2G-Aggregatoren ohne Uebergangsregelung Pflicht (ss 14c EnWG). Die Anforderungen sind erheblich: Nachweis finanzieller Leistungsfaehigkeit, Berufshaftpflicht von mindestens EUR 5.000.000 pro Schadensfall, technische Kompetenz, Datenschutz- und Cybersicherheitskonzept sowie ein Verbraucherschutzkonzept als Teil des Lizenzantrags. Aggregatoren muessen quartalsweise an die BNetzA melden: Teilnehmerzahl, Kapazitaet, geografische Verteilung, Erloese und Beschwerden. Die erste Quartalsmeldung war am 1. Maerz 2026 faellig. Wer ohne Lizenz V2G koordiniert, betreibt einen unregulierten Energiehandel — mit entsprechenden Konsequenzen.
Welche Datenmeldepflichten hat mein CPO ab 2025?
Art. 10 AFIR verpflichtet CPOs zur Uebermittlung statischer und dynamischer Daten an den National Access Point (NAP) im DATEX-II-Format. Statische Daten umfassen Standort, Steckertypen, Betreiberinformationen und Zugangsbedingungen. Dynamische Daten — insbesondere Verfuegbarkeitsstatus — muessen in Echtzeit gemeldet werden, maximal alle 30 Sekunden. Der Stichtag fuer die DATEX-II-Integration war der 31. Dezember 2025; wer noch nicht integriert ist, befindet sich bereits im Rueckstand. Fehlende oder verzoegerte Meldungen sind eigenstaendige Verstossgruende nach AFIR Art. 13. Die BNetzA betreibt den deutschen NAP und kann bei Nichterfuellung Ermittlungen einleiten.
Wie hoch sind die Kosten fuer Compliance-Umruestung im Durchschnitt?
Die Kosten variieren stark nach Bestandssituation. Typische Positionen: Nachruestung eines kontaktlosen Zahlungsterminals an DC-Ladepunkten, Eichrecht-Softwarelizenz fuer OCMF-Signierung und Transparenzsoftware sowie ein CRA-Sicherheitsaudit ab 2027. Hinzu kommen bei Bedarf BNetzA-Registrierungskosten und DATEX-II-Integrationsprojekte. Dem gegenueber stehen Bussgelder, die fuer einen CPO mit 100 Ladepunkten schnell in den siebenstelligen Bereich wachsen — allein fehlende Ad-hoc-Zahlung kostet EUR 500.000 jaehrlich (AFIR Art. 5). ChargeSuite automatisiert rund 80 % des Compliance-Tracking-Aufwands: Fristenueberwachung, Lueckenanalyse und Dokumentation laufen ohne manuellen Aufwand. Das senkt den internen Personalaufwand erheblich.
Was ist der Unterschied zwischen AFID (2014) und AFIR (2023)?
Richtlinie 2014/94/EU (AFID) war eine EU-Richtlinie — Mitgliedstaaten mussten sie national umsetzen, mit entsprechendem Spielraum bei Fristen und Konkretisierung. Verordnung (EU) 2023/1804 (AFIR) ist unmittelbar anwendbares EU-Recht ohne nationalen Umsetzungsspielraum. AFIR setzt konkretere und strengere Pflichten: verbindliche Zahlungsanforderungen, kWh-basierte Abrechnung als Pflicht, DATEX-II-Meldungen, ISO 15118 an neuen DC-Saeulen ueber 50 kW sowie TEN-T-Ausbauziele. Die Fristen sind deutlich kuerzer und die Sanktionsrahmen expliziter. Kurz: AFID war ein Zielrahmen, AFIR ist ein Regelwerk mit Bussgeldern. CPOs, die ihre Compliance auf AFID-Niveau eingefroren haben, sind heute nicht mehr konform.
Wie kann ChargeSuite mir bei der Compliance helfen?
ChargeSuites Compliance Brain ist ein KI-gestuetztes System, das 188 Einzelanforderungen aus 7 Verordnungen — AFIR, Eichrecht, LSV, EnWG, BDEW, CRA und DSGVO — automatisch prueft. Die Plattform ueberwacht Fristen in Echtzeit, meldet drohende Luecken proaktiv und erstellt prueffaehige Dokumentation fuer Behoerdenanfragen. Statt manueller Spreadsheets und Juristenstunden erhalten CPOs eine kontinuierliche Compliance-Uebersicht. Unter /audit steht eine kostenlose Compliance-Pruefung bereit: ChargeSuite analysiert Ihre Anlage gegen alle 188 Anforderungen und liefert einen priorisierten Massnahmenplan — ohne Vorregistrierung, ohne Kosten fuer die Erstanalyse.

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